Mark Brandis, Raumkadett – Folge 10 „Zwischen den Fronten“ (Hörspiel-Review)

mark-brandis-raumkadett-folge-10-coverDie neueste Folge aus der Mark Brandis – Prequel – Serie, immerhin bereits die zehnte, bietet eigentlich alles, was das Fan-Herz begehrt. Dennoch hat sie bei mir nicht so richtig gezündet. Eine etwas ratlose Rezension…


Kommen wir zunächst zu den positiven Dingen. Da wäre zum einen die Story:

Gerüchte um eine geplante Eroberung der Republikenkolonie auf dem Mars verdichten sich. Mark Brandis, Alec Delaney, Annika Melnikova und Rob Monnier sind seit Monaten auf Einsätzen in den Krisen- und Kriegsgebieten. Während einer Pause erfahren die Freunde, dass ihr Ausbilder Lt. Eckmann, der bereits seit Monaten ungewöhnlich reizbar und verschlossen gewirkt hatte, spurlos verschwunden ist. Er wird wegen Fahnenflucht gesucht und soll vors Kriegsgericht gestellt werden. Sie fassen den Plan, Eckmann zu suchen und vor einer Dummheit zu bewahren …

Eigentlich ein reizvolles Setting, das auch nicht wirklich schlecht umgesetzt wurde. Zudem versammelt die Folge einmal mehr ein hervorragendes Sprecherensemble, das neben der Raumkadett-Stammbesatzung mit jeder Menge bekannten Stimmen aufwartet. Zum Beispiel gibt es in dieser Folge ein Wiederhören mit Alba Bravo. Deren Sprecherin Manja Doering kennt man in dieser Rolle bereits aus der Raumkadett-Folgen 4 und 5 und ihre Stimme natürlich aus einer Unzahl an Kinofilmen, sie lieh sie neben Natalie Portman und Reese Witherspoon zum Beispiel auch schon Alyson Hannigan, Kristen Bell, Shiri Appleby, Anna Friel, Jessica Chastain, Julia Stiles, Eva Green und noch vielen mehr. Tilmar Kuhn, den man als Marks Stiefvater Major Leonard R. West bereits aus Episode 7 „Laurin“ kennt, hat ebenfalls einen kurzen Auftritt. Auch die Stimme von Cpt. Bottaro sollte Mark Brandis – Fans in jedem Fall bekannt vorkommen. Allerdings musste Sprecher Georg Matthias sozusagen eine Degradierung hinnehmen, denn in Folge 30 der Originalserie lieh er immerhin Präsident Hastings seine Stimme. Artur Weimann (Philippe) war ebenfalls schon bei Mark Brandis zu hören – in den Folgen Mark Brandis 30 beziehungsweise Mark Brandis, Raumkadett 7 –, in beiden Folgen allerdings noch ohne Rollen-Credit. Dagmar Bittner (Barkeeperin Dwipavati) kennt man aus vielen Filmen, TV-Serien und Werbespots, sowie zahlreichen Hörspielserien (unter anderem Dorian Hunter, John Sinclair, Alina Fox Meisterdiebin) und Lt. Wilhelm Eckmann, im realen Leben Wanja Gerick, dürfte zumindest SciFi-Fans als deutsche Stimme von Hayden „Anakin Skywalker“ Christensen gut im Ohr sein. Neben altbekannten gibt es jedoch auch neue Stimmen zu hören, wie zum Beispiel die der jungen Berliner Schauspielerin Jennifer Bischof, die in der Rolle von Lt. Neuville ein gelungenes Hörspiel-Debüt abliefert.

Neben all den aufgeführten hochkarätigen (Gast-)Sprechern hält die neue Episode allerdings noch ein ganz besonderes Fan-Schmankerl bereit: Mit Frachterkapitän Iwan Stroganow, der hier erstmals auftaucht, wird der spätere Commander Brandis als Erwachsener noch so manch spannenden Einsatz fliegen. Gesprochen wird der vodkaresistente Russe netterweise, genau wie in der Originalserie, von Martin Wehrmann, der hier auch in der Rolle seines jüngeren Selbst überzeugen kann.

Die Sprecher wissen also in ihren jeweiligen Rollen wie immer durchaus zu gefallen. Auch das Produktionsniveau der Serie, was Geräusche und Musik angeht, ist gewohnt hoch. Dennoch hat mich die zehnte Episode um das Leben des jungen Mark Brandis nie wirklich „gekriegt“, ja ich brauchte sogar mehrere Anläufe, um sie zu ende zu hören. Schade, denn eigentlich weiß ich gar nicht so genau woran es liegt. Die Story ist, wie schon erwähnt, an und für sich gut, es gibt jede Menge Verflechtungen mit und Anspielungen auf andere Folgen, sowohl innerhalb dieser wie auch der Originalserie, inklusive wunderbarer Gastauftritte der jeweiligen Sprecher. Trotzdem funktioniert es bei mir irgendwie nicht. Möglicherweise ist die Folge für mich einfach ein bisschen zu weit weg von ihrer Hauptfigur und es fehlt die Erzählerstimme von Michael Lott, die das Ganze zusammen und den emotionalen Spannungsbogen durchgehend hoch hält. Wobei mir das als Erklärung eigentlich zu einfach scheint. In anderen Serien funktioniert so etwas doch auch. Einer dieser seltenen Fälle, in denen man als Rezensent wirklich ratlos ist. Am besten, Ihr bildet Euch selbst ein Urteil.

Gesamtspielzeit: ca. 62 Minuten
Altersempfehlung ab 12 Jahren

Cast:

Mark Brandis: Daniel Claus
Robert Monnier: Sebastian Fitzner
Alec Delaney: Sebastian Kluckert
Annika Melnikova: Friedel Morgenstern
Oberstlt. Yu: Fang Yu
Dwipavati: Dagmar Bittner
Lt. Wilhelm Eckmann: Wanja Gerick
Iwan Stroganow: Martin Wehrmann
Maj. Richard Westhoff: Leon Boden
Philippe: Artur Weimann
Maj. Leonard R. West: Tilmar Kuhn
Cpt. Bottaro: Georg Matthias
Lt. Neuville: Jennifer Bischof
Alba Bravo: Manja Doering
Cohen 6 / Cohen 3: Dirc Simpson

sowie Steve Brembach, Anja Jaramillo, Carsten Litfin, Michael Lott, Werner Möhring, Jessica Müller, Jochim-C. Redeker, Oliver Seidler und Inken Wriedt

Credits:

Unter teilweiser Verwendung von Charakteren erschaffen von Nikolai v. Michalewsky
Manuskript: Balthasar von Weymarn
Sounddesign & Musik: Jochim-C. Redeker
Aufnahme: Stefan Schieffer und Tommi Schneefuß
Wortschnitt: Henrik Cordes
Tonstudio: Schieffer & Schieffer, Berlin & Sound Of Snow, Berlin
Produktion, Regie und Schnitt: Jochim-C. Redeker und Balthasar von Weymarn
Artwork: Alexander Preuss
Layout/ Satz: Jürgen Straub
Product Management: dp



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Florian Hessler

Über Florian Hessler

Archäologe, Historiker und freier Journalist (u.a. Zillo Medieval, Sonic Seducer, Miroque, Metal-District, Piranha) floh.hessler(at)schubladenfrei.de
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