Rudolstadt Festival 2026 – Der Bericht

Wir haben ja bereits jede Menge Bilder veröffentlicht, die hoffentlich bereits einen kleinen Eindruck vom diesjährigen Rudolstadt-Festival vermitteln konnten. Aber wie war sie denn nun, die 34. Ausgabe des Folk- und Weltmusikfestivals? Zeit, Rückschau zu halten.

Zu Beginn muss ich tatsächlich über das Wetter sprechen, auch wenn man das in diesem Sommer wenig gerne tut. Aber diesbezüglich hatte das Rudolstadt-Festival in diesem Jahr tatsächlich ein riesiges Glück. Ich kenne das Festival seit 1994 und gefühlt gab es in Rudolstadt immer nur zwei Möglichkeiten: (Schwül)heiß mit Gewittern oder komplett verregne – ersteres deutlich öfter als zweiteres. Diesmal? Entspannte 24-27 Grad, nur zweimal leichten Sprühregen bis zum Ende der Konzerte (der große Regen kam erst nach der letzten Band), also durchweg schönstes Festivalwetter. Man stelle sich vor, das Ganze hätte nur eine Woche zuvor stattgefunden, am bislang schlimmsten Hitzewochenende des Sommers mit Temperaturen zwischen 38 und 40 Grad. Oder vielmehr, ich möchte es mir eigentlich gar nicht vorstellen…

MAKE A MOVE auf der großen Parkbühne

So waren jedoch beste Voraussetzungen für ein großartiges Konzertwochenende gegeben, denn auch das Lineup versprach in diesem Jahr so einiges. Einen kleinen Schluckauf in dieser Hinsicht gab es jedoch gleich zu Beginn: Eröffnen sollten das Wochenende am Donnerstagabend eigentlich BLUMENGARTEN, deren zusammen mit der Rapperin SHIRIN und dem Produzentenduo KITSCHKRIEG veröffentlichte Song „Gut genug“ zuvor nicht nur in Deutschland und Österreich auf Nummer eins, sondern weltweit viral gegangen war. Aufgrund des internationalen Erfolgs entschloss sich das Duo dann kurzfristig, sich plötzlich auftuende Türen in den USA nicht zu ignorieren und dort entsprechende Einladungen anzunehmen – was dann eben leider mit dem Rudolstadt-Termin kollidierte. Es sei ihnen gegönnt und ist zu hoffen, dass der Ausflug nach Übersee hoffentlich das gehalten hat, was die Band sich davon versprach, zumal sie fest versprochen haben, das ausgefallene Konzert im nächsten Jahr nachzuholen. Vermisst habe ich sie allerdings nicht, was zum Großteil an den grandiosen MAKE A MOVE lag, die kurzfristig für BLUMENGARTEN eingesprungen waren. Wenn man mich bitten würde, die Band zu beschreiben, würde das in etwa so lauten: Schöne Frau + Männer, die komische Gesichter machen (schaut in unsere Galerie!) + jede Menge Groove. Die gute Laune Show der Band (habe ich schon erwähnt, dass es gegroovt hat?), inklusive des Schlauchboot-Ausflugs des Posaunisten in die Menge, sorgte für den ersten Stimmungshöhepunkt im Heinepark. Das müssen BLUMENGARTEN im nächsten Jahr erst mal toppen! Für mich gehören MAKE A MOVE mit zu den schönsten Neuentdeckungen des diesjährigen Festivals. [Funfact am Rande: Dass ein Berliner Musikjournalist erst nach Thüringen fahren muss, um eine Berliner Band für sich zu entdecken, ist völlig normal…]

NANA BENZ DU TOGO

Auch der weitere Fortgang des Auftaktabends, ob es das erste Highlight des diesjährigen Österreich Länderspecials 5/8ERL IN EHREN, die Roots-Reggae-Legenden THE CONGOS & CULTURE, das Afrobeat-Quintett NANA BENZ DU TOGO oder die rebellischen Country-Punks THE VANDOLIERS aus Texas waren, konnte sich durchweg sehen bzw. hören lassen.

THE VANDOLIERS – Jenny Rose

Und genau so schön ging es dann auch am nächsten Tag weiter. Mit KITTY, DAISY & LEWIS stand am Nachmittag bereits der nächste Höhepunkt auf der großen Bühne im Heinepark. Der bluesig swingende Retro-Country-Folk’n’Roll der drei Durham-Geschwister aus London, samt unterstützender Band, brachte schon einmal gehörig Schwung in den Tag.

Kitty Durham – KITTY, DAISY & LEWIS

Ganz anders aber fast noch großartiger ging es dann im Anschluss auf der kleineren Konzertbühne weiter: EABHAL waren einer von drei Leckerbissen für Freunde der „keltischen“ Folksparte im diesjährigen Lineup und das Quintett bewies, dass es nicht umsonst 2018 den Battle of the Folk Bands beim Celtic Connections Festival in Glasgow gewonnen hat und bei den MG ALBA Scots Trad Music Awards über die Jahre bereits mehrfach auf der Liste der nominierten stand. Balladen, Tunes & Waulking Songs von der schottischen Westküste und den Hebriden, zum Dahinschmelzen schön performt – eines meiner Lieblings-Konzerte des gesamten Wochenendes!

Megan MacDonald, Nicky Kirk – EABHAL

Ebenfalls zu diesen zählte für mich der Auftritt von MARLA MOYA im Schillergarten. Seit ich die in Berlin lebende Singer-/Songwriterin im letzten Jahr beim Feral Folk Festival für mich entdeckt hatte [nein, diesmal musste ich nicht erst nach Thüringen fahren…] laufen einige ihrer Songs bei mir in Dauerschleife. Die Musik der gebürtigen Heidelbergerin atmet ein wunderbares Sixties-Flair, ihre Stimme erinnert passend dazu mal an Joan Baez, mal an Stevie Nicks. Unterstützt – auch stimmlich – wurde sie von Jule Heidmann am Kontrabass. Der Schillergarten gehört sowieso zu meinen absoluten Lieblings-Straßenmusik-Locations beim Rudolstadt-Festival, denn dadurch, dass er etwas abseits liegt ist es dort selten so überfüllt wie in den Locations rund um den Marktplatz. Die entspannte Atmosphäre, die tollen Songs und die einsetzende Dämmerung sorgten für ein wunderschön entschleunigendes, sehr stimmungsvolles Konzert. Der totale Kontrast zu dem was im Anschluss kam und damit typisch Rudolstadt-Festival!

MARLA MOYA und Jule Heidmann im Schillergarten

In der Innenstadt bleiben oder wieder ab in den Park war allerdings die zunächst anstehende Frage, die ich mir zugegebenermaßen aus fotographischen Gründen letztendlich zugunsten des LA VESPA COUGOURDON OURCHESTRA auf der Marktplatzbühne beantwortete. Alles richtig gemacht, denn was nun folgte, fegte über mich hinweg beinahe wie ein kleiner Orkan. Die Truppe aus Nizza, deren aus Flaschenkürbissen selbst gebaute Instrumente und Performance tief in der Tradition des südfranzösischen Karnevals verwurzelt sind, überzeugte nicht nur durch entsprechend fotogene Kostüme und hinreißend schräge Musik, sondern vor allem durch die anarchische Show. Bereits beim zweiten Stück war mindestens die Hälfte der Band im Publikum und bemüht, den ersten beiden Sitzreihen im wahrsten Sinne des Wortes die Bänke unter dem A… wegzuziehen. Rumsitzen? Ist nicht! Da nötigt man das Publikum lieber, eine Karotte, die von einem langen Stecken am Seil baumelt, mit dem Mund zu fangen. Dass es dann ein kleines Mädchen war, dem es gelang, war sicherlich nicht ganz ungeplant. Zusammen mit ihrem Vater durfte die Erfolgreiche auf die Bühne, wo sie mit Umhang und einigen schwarzen Schminkstrichen zur „Königin des Karnevals“ gekrönt wurde. Herrlich subversiv dann die Übergabe des Schminktopfs mit der Aufforderung „Du bist jetzt die Königin und Du darfst jetzt alle da unten anmalen.“ Tatsächlich kamen uns auf dem Rückweg zum Campingplatz Menschen entgegen, die uns fragten, warum so viele, die aus der Innenstadt kämen, schwarze Farbe im Gesicht hätten – großartig!

Die Antwort darauf konnte natürlich nur sein: Morgen, 13:00, Konzertbühne! Eigentlich war das in meinem ursprünglichen Plan gar nicht vorgesehen, aber nach dem Abriss am Vorabend gab es da keine wirkliche Alternative, schon deshalb, um zu sehen, ob der Irrsinn auch im Hellen funktionieren würde. Long Story short: Oh ja! Auch bei Tageslicht ließ die Show der Wespen beinahe keine Atempause und die Musiker*innen wechselten munter von der Bühne ins Publikum und zurück. Die spinnen, die Franzosen – aber im positivsten Sinn! Für mich war die Truppe das absolute Highlight des Wochenendes! Jede Menge Bilder von beiden Auftritten findet ihr in unserer Sonder-Galerie.

NOMADENPULS auf der Theaterplatzbühne

Vom erkorenen Gesamt-Höhepunkt des Wochenendes zu meinen Gewinnern in der Kategorie „Schönste Neuentdeckung 2026“. Der Preis geht in diesem Jahr eindeutig an NOMADENPULS. Die Heimat der Mitglieder dieses jungen Musiker*innen-Kollektivs reicht von Frankreich bis Neuseeland, derzeit wohnen sie verteilt über mehrere deutsche Städte. Was das Septett eint, ist die gemeinsame Leidenschaft für Weltmusik, vor allem Folk aus Osteuropa und Musik der Sinti und Roma. Bei ihrer Performance auf dem Theaterplatz versprühte die Band eine unbändige Spielfreude und jede Menge gute Laune. Ich finde es immer großartig, wenn man Musiker*innen oder ganz allgemein Künstler*innen die Freude an ihrem Tun anmerkt, und die sieben hatten offensichtlich Spaß. Die gute Stimmung übertrug sich dann auch schnell auf das anwesende, zunächst mehrheitlich sitzende Publikum und so bildete sich alsbald ein fröhliches Tanzrudel vor der Bühne. Ein sehr sympathischer Auftritt, den ich mir gerne bis zum Ende angesehen hätte, aber als Festival-Fotograf ist man ja immer auf dem Sprung zur nächsten Bühne und zur nächsten Band.

CLARE SANDS auf dem Neumarkt

In meinem Fall war das der Celtic-Folk-Leckerbissen Nummer zwei an diesem Wochenende: CLARE SANDS. Die Geigerin und Sängerin aus Cork ist die Cousine des bekannten nordirischen Singer-/Songwriters TOMMY SANDS (THE SANDS FAMILY), der auch als Gast auf ihrem selbstbetitelten 2022er Album zu hören ist. Die Scheibe wurde von der Irish Times nicht ohne Grund in die Top 5 der Alben des Jahres gewählt. In Rudolstadt wurde sie auf der Bühne unterstützt von Cian McGrory an den Uilleann-Pipes und Laura McFadden am Cello. Leider erlebte ich auch dieses Konzert nicht bis zum Ende, was in diesem Fall aber eher der altbekannten Situation am wieder einmal heillos überfüllten Neumarkt geschuldet war: Nach vorne kein Durchkommen, und ganz hinten ist der Hintergrundlärm von Instrumentengasse und dem allgemeinen Publikums-Durchgangsverkehr so laut, dass man das Konzert nicht wirklich genießen kann. 

Also wieder zurück in den Park, zum Celtic-Leckerbissen Nummer drei. Musikalisch führte der Spaziergang von Irland nach Northumbria, dem Grenzgebiet zwischen England und Schottland. Auch hier gibt es traditionelle Blasebalg-Dudelsäcke, die Northumbrian Smallpipes, die von einem führenden englischen Musikwissenschaftler einst als „der vielleicht zivilisierteste aller Dudelsäcke“ eingeordnet wurden. Die unangefochtene Grande Dame dieses Instruments ist KATHRYN TICKELL, die nicht nur als Musikerin, Festivalorganisatorin und Musikjournalistin seit Jahrzehnten die englische Folkszene entscheidend geprägt, sondern beispielsweise auch als Studiomusikerin an zahlreichen Erfolgsalben des britischen Superstars STING mitgewirkt hat. Zusammen mit ihrer derzeitigen Band THE DARKENING (altes nordenglisches Wort für „Zwielicht“) verpasst sie den Musiktraditionen des alten Königreichs Northumbria eine Frischzellenkur und kombiniert Pipes und Fiddle mit Synthesizer und moderne Beats – eine elektrisierende Mischung, die auch das Publikum vor der großen Parkbühne zu Begeisterungsstürmen hinriss. Besonderen Applaus gab es für die Steptanzeinlagen von Akkordeonistin Amy Thatcher.

DUO RUUT auf der Konzertbühne

Vielleicht noch moderner, auf jeden Fall aber deutlich minimalistischer ist die Musik von DUO RUUT aus Estland. Ann-Lisett Rebane und Katariina Kivi spielen die landestypische Kastenzither Kannel, eine Variante der finnischen Kantele, und zwar auf höchst ungewöhnliche Weise: Die beiden stehen sich an dem Instrument gegenüber und spielen es zu zweit, sozusagen vierhändig. Dabei nutzen sie es nicht nur als klassisches Zupfinstrument sondern auch perkussiv. Durch die reduzierten Arrangements und innovativen Spieltechniken erzeugen sie einen Ambient-artigen Klangteppich, über dem ihre beiden Stimmen schweben, die mal ineinander verwoben, mal rufend und antwortend das Ganze schließlich zu einem wirklich speziellen und dabei wunderschönen Klangerlebnis abrunden. Zusammen mit der entsprechenden Lightshow eines der atmosphärisch-stimmungsvollsten Konzerte des Wochenendes.  

Zum Ende des Abends ging es noch einmal zurück in keltische Gefilde, allerdings nur was die Herkunft der Band betrifft. Die walisische Formation MWSOG (wal. „Moos“) würde ich eher dem modernen Pagan Folk- oder Folkrock-Genre zurechnen. Das siebenköpfige Musiker*innen-Kollektiv verbindet die alten musikalischen Traditionen ihrer Heimat mit 70er Psychedelic Rock und anderen modernen Elementen und erschafft damit einen druckvollen Sound, der auch das Tanzbein schnell zucken lässt. Mit ihrer Mischung aus Konzert und Ritual sind MWSOG absolut auf der Höhe der Zeit und ihre Texte haben durchaus auch eine politische Dimension, denn sie beschäftigen sich viel mit Erinnerung, kollektiver (walisischer) Identität und Widerstand (gegen die Engländer). Auch eine spannende Neuentdeckung und ein schöner Abschluss des vorletzten Festival-Tags.

MWSOG

Auf den vorletzten folgt zwangsläufig der letzte und wie jedes Jahr hatte man das Gefühl, dass der Sonntag viel zu schnell gekommen war. Noch einmal durch die Innenstadt und den Park flanieren, noch einmal das Angebot an den vielen Ständen checken und sich so langsam mit der Tatsache anfreunden, dass die schönsten vier Tage des Jahres nun schon wieder fast zu Ende waren. Doch noch stand ein ganzer Festivaltag an, und auch der Sonntag wartete noch mit einigen wirklichen Highlights auf.

Angefangen bei LEGIANA COLLECTIVE: Die Mitglieder dieses Musiker*innen-Kollektivs leben zwar alle in den Niederlanden, kommen aber ursprünglich aus verschiedenen Ländern, unter anderem Italien, Spanien und Dänemark. Unterschiedlichste Einflüsse und Traditionen also, die sich zu einer facettenreichen Mischung aus überlieferten Songs und eigene Stücke verweben, von der Tranatella bis zum Sea-Shanty. Mehrsprachiger und mehrstimmiger Gesang, jede Menge verschiedene Instrumente, eine Stimmungs von Melancholie bis Lebensfreude und vor allem jede Menge Freude am gemeinsamen Musizieren und an der Interaktion mit dem Publikum – da merkt man, dass der Ursprung des Ganzen in der Straßenmusik liegt. Mich erinnerten die Truppe stark an meine Lieblings-Neuentdeckung vom Vortag, doch während das Repertoire von NOMADENPULS sich überwiegend osteuropäisch orientiert, war beim LEGIANA COLLECTIVE die Bandbreite noch etwas größer. Beide Bands haben mir auf jeden Fall unheimlich viel Spaß gemacht.

LEGIANA COLLECTIVE

Der wohl emotionalste Moment des Wochenendes war das Konzert von DOTA, oder vielmehr die diesem vorangegangene Preisverleihung, bei der sie den jährlich vergebenen Weltmusikpreis „Ruth“ überreicht bekam. Die von ihrer Freundin, der Schweizer Kabarettistin und Liedermacherin Uta Köbernick gehaltene Laudatio rührte die Künstlerin zu Tränen und wenn man sich so umsah, ging es den meisten im Publikum und auch unter den Kolleg*innen im Fotograben genauso. Da kann man auch einfach nur mitheulen, denn in meinen (ebenfalls feuchten) Augen gibt es niemanden, der den Preis jemals mehr verdient hätte. Ausgezeichnet wurde sie tatsächlich nur für einen kleinen Teil ihres immensen Schaffens, nämlich das Mascha-Kaléko-Programm „In der fernsten der Fernen“. Obwohl DOTA eigentlich für alles, das sie anfasst einen Preis verdient hätte, möchte man hier beinahe sagen: Gottseidank, haftet Preisen für das Gesamtwerk doch in der Regel etwas morbid-finales an. Frau Kehr ist aber hoffentlich noch lange nicht am Ende und wird noch für viele Jahre die großartige Person und Künstlerin bleiben, die sie ist! Ob mit den Kaléko-Stücken, die natürlich den Großteil des Rudolstadt-Sets ausmachten, oder mit den Liedern aus eigener Feder im Zugabenblock: DOTA ist und bleibt für mich mit Abstand diejenige deutschsprachige Musikerin, die mich mit ihren Songs am meisten im Herzen berührt. Glückwunsch zur Ruth und Chapeau vor einer ganz, ganz Großen!

DOTA bei der Ruth-Preisverleihung

Carola Moccia wurde in eine Künstler*innen-Familie hineingeboren und begann schon sehr früh mit dem Singen und Gitarre spielen. Seit 2019 tritt sie unter dem Namen LA NIÑA auf. Waren es anfangs noch hauptsächlich elektronische Klänge und englische Texte, wandte sich Moccia immer mehr der Musiktradition ihrer Heimatstadt Neapel aber auch deren aktuellem Spannungsfeld an Themen zu: Liebe zur Heimat steht gegenüber Missbrauch, Gewalt und organisiertem Verbrechen. Musikalisch kombinieren LA NIÑA tanzbare Elektro-Beats mit Rahmentrommel und schwebendem A-Capella-Gesang, neben den heimatlich-neapolitanischen Elementen finden sich in der Musik auch arabische und französische, sowie R&B und Alternative-Einflüsse. Für ihre Neuinterpretation der traditionellen Musik und ihre mitreißenden Liveauftritte werden LA NIÑA derzeit europaweit begeistert gefeiert, da war auch der Auftritt in Rudolstadt keine Ausnahme – das war noch einmal ein großes Highlight zum Schluss.

Carola Moccia – LA NIÑA

Auch das definitiv letzte Konzert des Festivalwochenendes wurde von einer Gruppe aus Italien gespielt. Das Oktett BANDADRIATICA besteht bereits seit 20 Jahren und kommt aus dem Salento, der Halbinsel, die den Absatz des italienischen Stiefels bildet. Hier treffen sich nicht nur das adriatische und das ionische Meer, sondern auch verschiedene Musiktraditionen rund um das gesamte Mittelmeer, die von der Band mit Blechblasinstrumenten, verstärkt durch Akkordeon, Schlagzeug und Rockgitarren in eine druckvolle und sehr tanzbare Mischung verwandelt werden. Entsprechend gute Stimmung und viel Bewegung herrschte dann auch noch einmal vor der großen Parkbühne. Mir selbst klang das teils etwas zu Humppa- und Bierzeltartig, aber Geschmäcker sind ja bekanntlich und zum Glück verschieden.

BANDADRIATICA

Das war es dann also mit dem Rudolstadt-Festival 2026. Nicht nur dank des eingangs erwähnten, nahezu perfekten Wetters waren die 4 Tage in Rolschte einmal mehr wunderschön, mit vielen Begegnungen, musikalischen Höhepunkten und kleinen wie großen (Neu-)Entdeckungen. Da fiel es fast gar nicht auf, dass mit Burghof und Burgterrasse zwei der wichtigsten und traditionsreichsten Bühnen gefehlt haben. Die dadurch in Teilen nicht so weiten Wege empfand ich sogar fast positiv, die von einigen befürchtete Überfüllung der Innenstadt oder des Parks war auch nicht festzustellen. Kompliment an die Veranstalter, das haben sie wirklich gut hinbekommen, und so muss man sich auch für die kommenden Jahre keine Sorgen machen, denn aufgrund der aufwändigen Sanierungsarbeiten ist es bislang noch nicht abschätzbar, wann die Heidecksburg wieder als Spielstätte zur Verfügung stehen wird. Ob mit oder ohne Burg, wir freuen uns in jedem Fall schon aufs nächste Jahr, dann mit dem Länderspecial Korea.   

Natürlich bildet der Bericht nur schlaglichtartig einen sehr kleinen Teil dieses großartigen Festivals ab. Noch viel mehr findet Ihr in unseren Bildergalerien:

Rudolstadt Festival 2026 – die Bilder vom Donnerstag

Rudolstadt Festival 2026 – die Bilder vom Freitag

Rudolstadt Festival 2026 – Sondergalerie: LA VESPA COUGOURDON ORCHESTRA

Rudolstadt Festival 2026 – die Bilder vom Samstag

Rudolstadt Festival 2026 – die Bilder vom Sonntag.

Florian Hessler

Über Florian Hessler

Archäologe, Historiker und freier Journalist (u.a. Zillo Medieval, Sonic Seducer, Miroque, Metal-District, Piranha) floh.hessler(at)schubladenfrei.de
Dieser Beitrag wurde unter Aktuelles, gesehen, Konzerte & Festivals abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.