The Plea – The Dreamers Stadium (CD-Review)

the plea - the dreamers stadium

Egal ob Musikrezensent oder Youtube-Surfer: Wie oft kommt es vor, daß man zur Musik einer bislang völlig unbekannten Band nachts um halb zwei ausgelassen bei voller Lautstärke durch die Wohnung tanzt? (Man hat ja tolerante Nachbarn…) Wenn man ehrlich ist, sind solche Momente doch eher selten. Um so schöner dann, wenn es doch mal wieder passiert. Bei mir so geschehen mit dem neuen Album der irischen Rockband THE PLEA.

Aus der nächtlichen Überraschung ist bei mir inzwischen eine Dauer-Rotation geworden. „Soon-to-be stadium rock from the sleepy towns of Northern Ireland“ steht auf der Facebook-Seite der Band zu lesen – selten habe ich bei einer Band eine ambitioniertere Selbstbeschreibung gefunden. Nachdem man „The Dreamers Stadium“ zum ersten mal durchgehört hat, nimmt man das den Jungs aus dem kleinen Ballyliffin im County Donegal aber jederzeit ab.

Das erste, was beim ersten Durchlauf definitiv ebenfalls auffällt, ist die hohe Ähnlichkeit, die der Sound von THE PLEA mit den ja ebenfalls aus Irland kommenden Kollegen von U2 aufweist. Die Stimme von Sänger Denny trifft das Timbre von Bono oft so gut, daß man die beiden stellenweise glatt verwechseln könnte. Der sich aufdrängende Vergleich beschränkt sich jedoch nicht ausschließlich auf U2. THE PLEA vereinen klangtechnisch so ziemlich das gesamte Who is Who der anglo-irischen Rockmusik in sich – COLDPLAY, OASIS oder THE VERVE etwa könnte man hier auf jeden Fall noch nennen – aber das ist jetzt in keinster Weise negativ gemeint. Die Songs auf „The Dreamers Stadium“ klingen in keinem Moment nach bloßem Plagiat, man hört der Band nur eben deutlich ihre Herkunft an. Wenn ich jetzt noch verrate, daß das Album von keinem geringeren als Chris Potter (U2, THE VERVE, THE ROLLING STONES) produziert wurde, sollte es niemanden mehr überraschen.

Trotzdem ist das ja nicht wirklich etwas Neues, also warum dann dennoch die hohe Punktzahl? – Weil auf dieser Scheibe jedes, aber auch wirklich jedes Stück absolutes Hitpotential hat! Damit meine ich zum einen Radiotauglichkeit im positiven Sinne, zum anderen aber auch die Fähigkeit der Songs Emotionen zu erzeugen und den Hörer mitzureißen. Da meine Lieblingstracks auf dem Album beinahe täglich wechseln, müssen an dieser Stelle auch einzelne Anspieltipps entfallen.

Fazit: Wer auch nur ein wenig für Brit-Rock im weitesten Sinne übrig hat (sorry for subsuming Irish under the Brit-Label – no offence meant!), der wird diesem Album mit Sicherheit verfallen. Absolutes Killer-Debut!

Tracklist:

1.    Staggers Anthem
2.    The Odyssey
3.    Praise Be
4.    Feel It Ticking
5.    I Am The Miracle
6.    Windchime
7.    Oh Ah Yay
8.    Send It Out
9.    Glass Waltz
10.    Out Like A Light
11.    Too Young To Die
12.    When The Boat Comes Home (Hidden Track)

[Planet Function / PIAS]



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Florian Hessler

Über Florian Hessler

Archäologe, Historiker und freier Journalist (u.a. Zillo Medieval, Sonic Seducer, Miroque, Metal-District, Piranha) floh.hessler(at)schubladenfrei.de
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