Lou Doillon – Places (CD-Review)

Lou Doillon - Places

Als Tochter der legendären Schauspielerin und Sängerin Jane Birkin und damit gleichzeitig Stieftochter von Serge und Halbschwester von Charlotte Gainsbourg wurde LOU DOILLON das Kreative quasi in die Wiege gelegt. Nachdem sie bereits als TV- und Film-Actrice sowie als Model für Givenchy erfolgreich war, versucht sie sich nun auch als Musikerin. Ihr Debutalbum „Places“ wurde 2013 in Frankreich veröffentlicht und ist seit Ende Mai 2014 auch hierzulande erhältlich.

Obwohl sie bisher hauptsächlich in unserem Nachbarland Bekanntheit erlangte, singt LOU DOILLON auf englisch, was einige vielleicht auf den ersten Blick überraschen mag. An sich ist es jedoch kaum verwunderlich, denn die Sängerin ist, wie sie sagt, hauptsächlich mit amerikanischer Bluesmusik aufgewachsen. Vor mehr als zehn Jahren hat sie ihren festen Wohnsitz zudem nach New York verlegt, so dass die deutlichen Americana-Einflüsse auf dem Album leicht erklärbar sind. Dennoch schwingt in ihren Songs auch ein gewisses chansonesques Element mit.

Die 31jährige verarbeitet in ihren Songs ganz persönliche Dinge, etwa die Sehnsucht danach, auf der Straße endlich dem „Einen“ fürs Leben zu begegnen („I.C.U.“) oder ihre ausgeprägte Eifersucht („Jealousy“). Andererseits singt sie auch über Themen von globaler Bedeutung, so etwa im Titeltrack „Places“, in dem sie den Drang der Menschheit zum „höher, schneller, weiter“ anprangert.

Die Songs werden getragen von Lous sanft rauchiger, warmer Stimme, die in einigen Momenten auch sehr verletzlich klingt. Die begleitende Musik klingt gefällig und unaufdringlich, ohne dabei jedoch jemals ins Seichte abzugleiten. Verantwortlich für die Qualität zeichnet der international renommierte Producer Zdar, der unter anderem für seine Arbeit mit den BEASTIE BOYS oder THE RAPTURE bekannt ist.

Fazit: Ein bemerkenswertes Debut, das man sowohl Freunden sanft-intelligenter Popmusik als auch Anhängern der Singer-/Songwriter-Tradition wärmstens ans Herz legen kann. Da freut man sich schon jetzt auf weitere Ausflüge der Dame ins Musikgeschäft.

Anspieltipps: „ I.C.U.“, „Defiant“, „Places“

Tracklist:
1. I.C.U.
2. Devil Or Angel
3. One Day After Another
4. Defiant
5. Same Old Game
6. Jealousy
7. Make A Sound
8. Hushaby
9. Questions And Answers
10. Places
11. Real Smart

[Barclay/Universal]

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Florian Hessler

Über Florian Hessler

Archäologe, Historiker und freier Journalist (u.a. Zillo Medieval, Sonic Seducer, Miroque, Metal-District, Piranha) floh.hessler(at)schubladenfrei.de
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