LINE BØGH – „Like Fire like fire“ (CD-Review)

Line Bogh - Like Fire Like Fire - CoverBereits mit ihrer ersten CD „Something Else and Something Else and Something Else Again“ sorgte Line Bøgh sowohl in ihrem Heimatland Dänemark wie auch in Deutschland für positive Aufmerksamkeit. Vor zwei Wochen ist nun der Nachfolger „Like Fire Like Fire“ erschienen. Wir haben reingehört.

Auch das neue Album bewegt sich, wie schon der Vorgänger, zwischen Singer-/Songwriter-Folk und anspruchsvollem Pop. Entstanden ist es in Zusammenarbeit mit den beiden Produzenten David Elberling und Rasmus Glendorf. Zusammen schafften es die drei, die Klangwelten von Lines ganz eigenem Universum perfekt einzufangen. „Ich wollte ein Album machen, das mehr nach mir selbst klingt. Ich hatte eine Handvoll Demos, die ich zuhause aufgenommen hatte, welche natürlich noch etwas Feinschliff benötigten, aber schon in etwa den Klang hatten, wie ich ihn auf dem Album wollte“, erklärt die Künstlerin. Neben selbstgebauter Mellotrons und einigen Bläser-Sounds sind es hauptsächlich Chorpassagen, die der Musik stellenweise mehr Volumen und Tiefe verleihen.

Im Großen und Ganzen ist das Album jedoch so roh wie möglich belassen, was auch einen Großteil seines Charms ausmacht. Vor allem Lines Stimme bekommt dadurch den nötigen Raum, um ihre volle Zauberwirkung zu entfalten. Ihr oft zerbrechlich wirkender und dennoch auf seine eigene Art sehr kraftvoller Gesang nimmt den Hörer vom ersten Stück an gefangen.

In ihren Liedern gewährt die Kopenhagener Pop-Elfe oft tiefe Einblicke in ihren Gefühls- und Gedankenkosmos. Ob sie über Dating in Zeiten von Tinder („Give Sophie a Shot“), Verliebtsein im Mondlicht („Yellow Moon“) oder die Schönheit von Flugzeug-Kondensstreifen am Himmel und die damit verbundene Sehnsucht nach fernen Orten („Airplanes“) singt, die Bilder und Emotionen in ihren Texten berühren und laden zum Nachdenken und Träumen ein. Dabei wird man, und das ist vielleicht mit die größte Qualität des Albums, ebenso ins Innenleben der Künstlerin entführt wie auch zur eigenen Innenschau angeregt.

So macht nicht nur der Track „Summer’s Gone“, sondern vor allem eben diese introspektive Qualität das Album zu einem wunderbaren Begleiter für die kommenden Herbsttage. Tipp: Erst einen langen Spaziergang machen, dann Tee aufbrühen, Kerze anzünden, unter die Decke kuscheln, das Album einlegen und sich von der Musik wegtragen lassen.

Wem das nicht reicht, kann sich auf der Instagram-Seite des Magazins „Good because Danish“  dazu auch noch das entsprechende Artwork ansehen, das Lines Lebensgefährte Christian Gundtoft zu den einzelnen Songs entworfen hat. Bei einigen Konzerten ihrer kommenden Deutschlandtour wird Christian übrigens als Visual Artist mit von der Partie sein. Die Live-Projektionen zu Lines Performance versprechen ein ganz besonderes Konzerterlebnis.

 

Tracklist:

  1. The Fireman
  2. Yellow Moon
  3. I Know a Place
  4. Out of Air
  5. Airplanes
  6. Give Sophie a Shot
  7. The Sun Hangs on a String
  8. Summer’s Gone
  9. Die a Little Bit
  10. What We Need Is Some Sunshine

 



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Florian Hessler

Über Florian Hessler

Archäologe, Historiker und freier Journalist (u.a. Zillo Medieval, Sonic Seducer, Miroque, Metal-District, Piranha) floh.hessler(at)schubladenfrei.de
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