Weltmusikpreis RUTH 2026 an Dota Kehr

Der seit 2002 jedes Jahr beim Rudolstadt Festival verliehene deutsche Weltmusikpreis RUTH geht in diesem Jahr an Dota Kehr. Die Songschreiberin erhält die RUTH für ihr Mascha-Kaléko-Programm „In der fernsten der Fernen“.

Zur Begründung schreibt die Jury: „Nach einem Konzert steckt ihr ein Fan ein Büchlein mit Gedichten von Mascha Kaléko zu. Dota Kehr entdeckt darin eine Seelenverwandte, ist angetan von der Direktheit, der Ironie, dem Herzblut, der schlichten Eleganz. Und mitunter erschrocken ob der Aktualität mancher Verse (beispielsweise „Der Fremde“). Sie fängt an, Musiken dafür zu schreiben. Mit Erfolg: Dota Kehr hat den ironisch-zärtlichen, oft aber auch melancholischen Ton von Kalékos Großstadt-Lyrik der 1920er Jahre in feine Töne gegossen, so dass die Gedichte klingen, als seien sie gerade erst in dieser Text-Musik-Form geschrieben worden. Große Kunst einer klugen Dichterin trifft auf farbige Vertonungen einer klugen Musikerin.

Vorherige Preisträger*innen waren z.B. der aus Burkina Faso stammende und in Dresden lebende Musiker Ezékiel Wendtoin Nikiema, alias Ezé, die Tanzmeisterin Sigrid Doberenz aus Leipzig, das kanadische Projekt „Silent Tears – The Last Yiddish Tango“, die deutsch-iranische Musikerin Cymin Samawatie, die Band Folkländer oder der Songwriter Stefan Stoppok.

Die 5000 € Preisgeld, die mit der RUTH verbunden sind, spendet Dota Kehr zu gleichen Teilen an die Organisation „Ärzte ohne Grenzen“ und an den mit ihr befreundeten brasilianischen Musiker Danilo Guilherme, um die Behandlungskosten von dessen ALS-Erkrankung zu tragen.

Das Rudolstadt-Festival findet diesmal vom 2. bis 5. Juli statt. Das RUTH-Konzert als Preisträgerin spielt Dota Kehr dort am Sonntag, 5. Juli im Heinepark.

Insgesamt plant das Festival für seine 34. Ausgabe rund 300 Veranstaltungen. Neben Konzerten mit Acts aus mehr als 30 Ländern gehören auch Workshops, Diskussionen und ein großes Kinderfest zum Programm. Der Länderschwerpunkt widmet sich in diesem Jahr Österreich.

(Bilder © Annika Weinthal)

Florian Hessler

Über Florian Hessler

Archäologe, Historiker und freier Journalist (u.a. Zillo Medieval, Sonic Seducer, Miroque, Metal-District, Piranha) floh.hessler(at)schubladenfrei.de
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