{"id":7889,"date":"2017-09-02T18:06:13","date_gmt":"2017-09-02T16:06:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schubladenfrei.com\/cms\/?p=7889"},"modified":"2017-09-02T22:44:47","modified_gmt":"2017-09-02T20:44:47","slug":"cesair-omphalos-cd-review","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schubladenfrei.com\/cms\/aktuelles\/cesair-omphalos-cd-review\/","title":{"rendered":"CESAIR \u2013 \u201eOmphalos\u201c (CD-Review)"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.schubladenfrei.com\/cms\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Cesair-Omphalos-Cover.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-7890 aligncenter\" src=\"http:\/\/www.schubladenfrei.com\/cms\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Cesair-Omphalos-Cover-300x300.jpg\" alt=\"Cesair - Omphalos - Cover\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.schubladenfrei.com\/cms\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Cesair-Omphalos-Cover-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.schubladenfrei.com\/cms\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Cesair-Omphalos-Cover-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.schubladenfrei.com\/cms\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Cesair-Omphalos-Cover.jpg 960w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Zwei Jahre nach ihrem gefeierten Longplayer \u201eDies, Nox et Omnia \u2013 Sine Fine\u201c hat die holl\u00e4ndische Paganfolk-Band <a href=\"http:\/\/www.cesair.nl\/\" target=\"_blank\">CESAIR<\/a> nun den Nachfolger \u201eOmphalos\u201c ver\u00f6ffentlicht. Wir haben f\u00fcr Euch mal reingeh\u00f6rt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der erste Eindruck ist, dass sich die Band im Gro\u00dfen und Ganzen selbst treu geblieben ist. Wieder nehmen sie den H\u00f6rer mit auf eine Reise durch die mythische Welt Europas und dar\u00fcber hinaus. Das deutet schon der Albumtitel an, denn der \u201eOmphalos\u201c war ein legend\u00e4rer Stein, der im Orakel von Delphi verehrt wurde und in der Antike als Nabel der Welt galt, durch den die mythische Weltenachse zwischen Himmel, Erde und Unterwelt verlief.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">W\u00e4hrend die Musik zum gr\u00f6\u00dften Teil aus Eigenkompositionen besteht, greifen <a href=\"http:\/\/www.cesair.nl\/\" target=\"_blank\">CESAIR<\/a> bei den mythischen Texten \u00fcberwiegend auf historische Vorlagen zur\u00fcck. Dabei galoppieren sie munter durch Geographie und Jahrtausende. Mit den \u201eSurya Mantras\u201c aus den hinduistischen Upanishaden finden wir uns in Indien wieder, w\u00e4hrend man mit \u201eChorihani\u201c in die mythologische Welt der englischen und deutschen Zigeuner eintaucht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eMardochaios\u201c entf\u00fchrt ins antike Mesopotamien. \u039c\u03b1\u03c1\u03b4\u03bf\u03c7\u03b1\u1fd6\u03bf\u03c2 ist der griechische Name des Gottes Marduk, dem Schutzpatron des antiken Babylons. Sein Aufstieg wird im \u201eEn\u016bma eli\u0161\u201c beschrieben. Diesem Sch\u00f6pfungs-Mythos hatten <a href=\"http:\/\/www.cesair.nl\/\" target=\"_blank\">CESAIR<\/a> schon auf ihrem letzten Album ein Lied gewidmet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Von den Ufern des Euphrat in den hohen Norden, und das gleich zweimal: \u201eR\u00fanatal\u201c (\u201eOdins Runenlied\u201c) ist ein Teil des \u201eHohen Lieds\u201c (H\u00e1vam\u00e1l) der nordischen Lieder-Edda, in dem beschrieben wird, wie der G\u00f6ttervater durch Selbstopferung die Runen gewinnt. \u201eTroll Kalla Mik\u201c hingegen stammt aus dem Sk\u00e1ldskaparm\u00e1l genannten Teil der Prosa-Edda und berichtet, wie man unschwer erschlie\u00dfen kann, von einem Troll, genauer gesagt einer Trollfrau.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch keltische Legenden werden von der Band in ihren Liedern verarbeitet. Der Song \u201eAhes\u201c zum Beispiel erz\u00e4hlt\u00a0von der gleichnamigen bretonischen K\u00f6nigstochter, die den Untergang der Stadt Ys herbeif\u00fchrte. W\u00e4hrend mittelalterliche Quellen Ahes (oft auch Dahut genannt) meist als schuldige S\u00fcnderin brandmarken, geben <a href=\"http:\/\/www.cesair.nl\/\" target=\"_blank\">CESAIR<\/a> der Geschichte eine eher romantische, bitters\u00fc\u00dfe Note.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie sich hier zeigt, (re)zitieren die Niederl\u00e4nder\u00a0diese alten Texte jedoch nicht nur, sondern kreieren durch K\u00fcrzungen oder Umstellungen oft einen individuellen Fokus und damit eine ganz eigene Interpretation, manchmal auch durch die Verbindung ganz unterschiedlicher Quellen. So verbindet \u201eBoudicca\u201c, das nat\u00fcrlich der ber\u00fchmten Keltenk\u00f6nigin gewidmet ist, den ber\u00fchmten Satz des r\u00f6mischen Dichters Horaz: \u201eDulce et decorum est pro patria mori\u201c (\u201eS\u00fc\u00df und ehrenvoll ist es, f\u00fcrs Vaterland zu sterben\u201c) mit dem Text \u201eBoadicea: An Ode\u201c des englischen Dichters William Cowper aus dem 17. Jahrhundert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch noch modernere Vorlagen fanden Eingang in den Texte-Kanon des Albums, wie etwa \u201eLa Luna\u201c, das auf dem 1928 erschienenen Gedicht \u201eRomance de la luna luna\u201c des spanischen Lyrikers Federico Garc\u00eda Lorca basiert oder das von dem rum\u00e4nischen Schriftsteller George Co\u0219buc 1908 ver\u00f6ffentlichte \u201eUmbra\u201c, das den Schlu\u00dfpunkt des Albums bildet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das zugrundeliegende, mythologische Thema der Songs ist also geblieben und auch was die Musik angeht, so erkennt man die Band durchaus wieder. Vielleicht klingen <a href=\"http:\/\/www.cesair.nl\/\" target=\"_blank\">CESAIR <\/a>hie und da ein noch wenig folkiger und ausdifferenzierter, daf\u00fcr etwas weniger wuchtig als auf dem Vorg\u00e4nger. Dem H\u00f6rgenuss tut das keinerlei Abbruch, ganz im Gegenteil, denn bei der Vertonung der Mythen beweist die Band einmal mehr ein Gesp\u00fcr f\u00fcr sch\u00f6ne Melodien. Diese werden in der Hauptsache getragen durch die gro\u00dfartige Stimme von Monique van Deursen sowie Sophie Zaaijers Geigen- und Cellospiel. (Meine heimliche Heldin des Albums \u2013 die Streicherparts sind wirklich zum Sterben sch\u00f6n!). Musikalisch profitiert das Album zus\u00e4tzlich von einem bandinternen Personalwechsel. Neben den beiden neuen Bandmitliedern Faber Horbach (SOWULO) an Klavier und Nyckelharpa und Luka Aubri (RASTABAN, Ex-OMNIA) am Slidgeridoo ist hier auch noch einmal Fieke van den Hurk an Akkordeon und Drehleier zu h\u00f6ren, deren Weggang f\u00fcr mich trotz der unbestrittenen Qualit\u00e4t der Neuzug\u00e4nge einen nach wie vor einen herben Verlust darstellt. Aber so ist das leider, wenn sich multitalentierte Personen f\u00fcr einen von mehreren Wegen entscheiden. Als Produzentin macht die Dame ja schon seit langem auch keine schlechte Figur, wie sie mit vorliegender Scheibe einmal mehr eindrucksvoll unter Beweis stellt. An der Produktion der Scheibe gibt es mal so gar nichts zu meckern. Und solange sie uns an den Studio-Reglern erhalten bleibt, darf man beim n\u00e4chsten Album ja vielleicht zumindest auf einen kleinen Gastauftritt hoffen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00c0 propos G\u00e4ste: Was Verst\u00e4rkung durch Musiker aus befreundeten Bands angeht, die bei vielen Szene-Produktionen ja durchaus \u00fcblich sind, hat man das Album eher spartanisch gehalten. Lediglich einer ist zu vermelden, der ist allerdings ebenso hochkar\u00e4tig wie ungewohnt, denn Stephan Groth (FAUN, ZIRP) ist bei \u201eAhes\u201c nicht etwa an der Drehleier zu h\u00f6ren, sondern als S\u00e4nger.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Fazit: Ein absolut w\u00fcrdiger Nachfolger zu \u201eDies Nox et Omnia \u2013 Sine Fine\u201c, der in keiner Sekunde entt\u00e4uscht, sondern im Gegenteil den Status der Band als hell leuchtender Fixstern am Paganfolk-Himmel zementiert. Ich kann das Album nur jedem w\u00e4rmstens ans Herz legen!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Tracklist:<\/p>\n<ol>\n<li style=\"text-align: justify;\">Erda<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">The Ruin<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">R\u00fanatal<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">Boudicca<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">Chorihani<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">La Luna<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">Troll Kalla Mik<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">Ahes<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">Mardochaios<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">Isolde<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">Surya Mantras<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">Umbra<\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zwei Jahre nach ihrem gefeierten Longplayer \u201eDies, Nox et Omnia \u2013 Sine Fine\u201c hat die holl\u00e4ndische Paganfolk-Band CESAIR nun den Nachfolger \u201eOmphalos\u201c ver\u00f6ffentlicht. 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