{"id":5924,"date":"2013-02-28T14:16:36","date_gmt":"2013-02-28T13:16:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schubladenfrei.com\/cms\/?p=5924"},"modified":"2015-06-29T14:14:16","modified_gmt":"2015-06-29T12:14:16","slug":"coppelius-hirsch-nuernberg-konzertbericht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schubladenfrei.com\/cms\/gesehen\/musik-live\/coppelius-hirsch-nuernberg-konzertbericht\/","title":{"rendered":"Coppelius &#8211; Hirsch, N\u00fcrnberg (Konzertbericht)"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.flickr.com\/photos\/132638198@N02\/18929440970\/in\/album-72157654594794949\/\"><img loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/farm1.staticflickr.com\/541\/18929440970_1bd539c031_z.jpg\" alt=\"Coppelius\" width=\"640\" height=\"271\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aufgemerkt, wertes Auditorum! Die sechs Herren von <a href=\"http:\/\/coppelius.eu\/\" target=\"_blank\">COPPELIUS<\/a> waren in den vergangenen Wochen in Deutschland unterwegs, um ihr musikalisches \u201eExtrablatt\u201c vorzustellen. Am 28.02.2013 fanden sich die Berliner im Hirsch in N\u00fcrnberg ein und r\u00fcckten ihren au\u00dfergew\u00f6hnlichen Kammer-Core dort wortw\u00f6rtlich ins bestm\u00f6gliche Licht.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie es sich f\u00fcr eine solch famose Kapelle geziemt reisten die Herren nicht allein, sondern wurden von <a href=\"http:\/\/www.cellolitis.de\/cellolitis\/Home.html\" target=\"_blank\">CELLOLITIS<\/a> begleitet. Eine Viertelstunde nach dem geplanten Beginn betrat Nikolaus Herdiekerhoff die B\u00fchne. Eine warme Begr\u00fc\u00dfung wurde ihm zuteil: Vielen G\u00e4sten war er bereits aus dem vergangenen Jahr bekannt, unterst\u00fctzte er <a href=\"http:\/\/coppelius.eu\/\" target=\"_blank\">COPPELIUS <\/a>doch bereits damals auf ihrer Konzertreise. Nachdem er sich auf den Brettern, die die Welt bedeuten, h\u00e4uslich eingerichtet hatte stellte er sich und sein Cello \u201eUmbra\u201c mit ihren \u201eTraumma\u00dfen der klassischen Musik\u201c erst einmal vor. Entspannt und humorvoll f\u00fchrte er durch sein Programm, pr\u00e4sentierte sein Rock\/Pop-St\u00fcck \u201eHimmelblau\u201c ebenso l\u00e4ssig wie den \u201ePachelbel Kanon in C\u201c, der \u201enoch 130 Jahre \u00e4lter als die Herren\u201c ist oder sein pers\u00f6nliches Lieblingsst\u00fcck \u201e2017\u201c, an dem auch das Publikum reichlich Gefallen fand. Es kam dem Auftritt deutlich zu Gute, dass der Musiker deutlich lockerer war als 2012, als der Auftritt im Hirsch den Tourstart markierte. Herdieckerhoff erz\u00e4hlte vom letzten Hirsch-Besuch, plauderte \u00fcber die Zeit, in der er in W\u00fcrzburg Cello studierte und verriet, dass ihn sein Weg damals regelm\u00e4\u00dfig nach N\u00fcrnberg zum Feiern f\u00fchrte &#8211; auch damit sammelte der Wahlberliner beim heimischen Publikum Sympathiepunkte. Am Ende St\u00fcck gab es noch ein St\u00fcck gemeinsam mit Comte Caspar \u2013 der Spa\u00df daran war beiden anzusehen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.flickr.com\/photos\/132638198@N02\/19117053135\/in\/album-72157654594794949\/\"><img loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/farm1.staticflickr.com\/529\/19117053135_3a5303a705_z.jpg\" alt=\"Cellolitis\" width=\"640\" height=\"425\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dunkelheit: Nur an der Litfa\u00dfs\u00e4ule auf der linken B\u00fchnenseite brannte eine einsame Laterne. Hohe H\u00e4userfassaden im Hintergrund boten eine angemessenen Kulisse f\u00fcr die extravagante Show, die folgen sollte. Die ersten T\u00f6ne der Ouvert\u00fcre erklangen und Professor Mosh Terpin wagte sich nach vorne, um letzte Dinge auf der B\u00fchne zu richten. Er ersetzte den erkrankten Butler Bastille nach besten Kr\u00e4ften, hob M\u00e4ntel auf, r\u00fcckte Zylinder zurecht und servierte Band und Publikum gleicherma\u00dfen Getr\u00e4nke, doch schmerzlich vermisst wurde Bastille trotzdem. Nach und nach kamen die Musiker auf die B\u00fchne und schlie\u00dflich l\u00e4utete \u201eBitte Danke Petitieren\u201c die Show ein, deren erste H\u00e4lfte im Zeichen des neuen Album stand. Zwar machten sich die Lieder auch im Vorfeld auf Schellackplatte gut, doch geh\u00f6ren Songs wie das trempramentvoll-eing\u00e4ngige \u201eWelt im Wahn\u201c und das d\u00fcstere \u201eLocked out\u201c mit seinen wunderbaren Klarinettensoli einfach auf die B\u00fchne. \u00d6fter als in der Vergangenheit setzte die Band auf mehrstimmigen Gesang. Ein kluger Schachzug, harmonierten doch die unterschiedlichen Stimmen wunderbar miteinander. \u00dcberhaupt gab es gesanglich an diesem Abend einige Besonderheiten. Als es an der Zeit war, das SUBWAY TO SALLY-Cover \u201eMaria\u201c zu spielen erkundigte sich die Band, ob die Zuschauer darin textsicher seien. Nat\u00fcrlich wurde die Frage bejaht, was auf der B\u00fchne wohlwollend zur Kenntnis genommen wurde: \u201eDann k\u00f6nnen wir das Lied spielen!\u201c. An Stelle von Bastille \u00fcbernahm Graf Lindorf dabei den Gesang und auch er stockte nur einmal, wobei ihm das Publikum augenblicklich unter die Arme griff. Auch an anderer Stelle durfte das Publikum aktiv werden, wurden doch einige Ansagen in Ermangelung des Butlers von Zuschauern \u00fcbernommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nachdem \u201eEscapades I\u201c und die \u201eOperation\u201c f\u00fcr Tempo gesorgt hatten bot die Ballade \u201eButterblume\u201c, vorgetragen von Comte Caspar, erneut angenehme Abwechslung. Seifenblasen aus dem Publikum rundeten die Atmosph\u00e4re hier ab. Anschlie\u00dfend musste die Setlist noch einmal dem Abend angepasst werden: Um \u201eDiener 5er Herren\u201c zu ersetzen durfte Max Copella noch einmal ans Mikrofon um sein Vorzeigewerk \u201eSch\u00f6ne Augen\u201c zu singen. <a href=\"http:\/\/coppelius.eu\/\" target=\"_blank\">COPPELIUS<\/a> sind ein eingespieltes Team, die Musiker achteten stark aufeinander \u2013 und das nicht nur, um wie im Falle der beiden Klarinettisten die Fehler des anderen anzuprangern: Max Copella und Le Comte Caspar f\u00fchren tats\u00e4chlich eine Fehlerstrichliste auf einer Schiefertafel. Einmal wurde die Diskussion schlie\u00dflich dadurch beendet, dass Graf Lindorf dazwischen ging, sich das St\u00fcck Kreide nahm und Herrn Copella einen Fehler eintrug. Gerade solche Gimmicks und der unglaublich hohe Detailreichtum machen die oftmals kuriosen Auftritte immer wieder zu einem Erlebnis und lassen die B\u00fchnencharaktere umso glaubw\u00fcrdiger scheinen. An der ausgefeilten Show k\u00f6nnten sich die allermeisten anderen Bands noch eine gro\u00dfe Scheibe abschneiden! Inzwischen war auch Sissy Voss aktiver, kam immer \u00f6fter mit dem Kontrabass nach vorne und letztendlich war sogar Zeit f\u00fcr ein ungew\u00f6hnliches Kontrabass-Solo, bevor beim echten Powersong \u201eRisiko\u201c auch der Rest der Musiker wieder zu den Instrumenten griff. Hier stattete <a href=\"http:\/\/www.cellolitis.de\/cellolitis\/Home.html\" target=\"_blank\">CELLOLITIS<\/a> den Herren f\u00fcr einige Songs einen Besuch an und mit zwei Celli bekommen die St\u00fccke eine ganz besondere Note.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Geld verbrennen macht gute Laune und so verbreitete \u201eReichtum\u201c ausgelassene Stimmung. Sp\u00e4ter segelten die Banknoten durchs Publikum und eine eine davon klebt schlie\u00dflich auf der Stirn von Max Copella. Nur ein einziger Musiker schien sich trotz aller Beteuerungen etwas aus dem Reichtum zu machen: Zwischendurch strecke Sissy Voss immer wieder Geldscheine ein, die er den anderen Musikern vorzugsweise aus den Hemdtaschen zog. In der live gespielten Version klang das St\u00fcck noch fetter als auf dem Album \u2013 einfach eine phantastische Steampunknummer! Beim Abschlusslied des eigentlichen Sets sorgte die Inszenierung f\u00fcr besonderes Flair: Nur Graf Lindorf und Sissy Voss standen in Lichtkegeln, als die beiden das \u201ePhantom of the Opera\u201c erklingen lie\u00dfen, der Rest der B\u00fchne war in Schw\u00e4rze geh\u00fcllt. Kurz darauf befand sich noch ein Musiker weniger auf der B\u00fchne, als es an diesem Abend ohnehin schon der Fall war. Le Comte Caspar hatte sich am Publikum vorbei ins hintere Drittel des Saales geschlichen, um die Zuh\u00f6rer auf der Bar stehend mit einem rasante Klarinettensolo zu begeistern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf das ausgewogene Set folgten nach stilechten \u201eDa Capo\u201c-Rufen nat\u00fcrlich noch einige Zugaben, die abermals laut vom Publikum bejubelt wurden, das ganz selbstverst\u00e4ndlich mit Frack und Zylinder, eleganten Kleidern oder Korsett erschienen war. Nach dem IRON MAIDEN-Cover \u201eRunning Free\u201c durfte Graf Lindorf bei \u201eTo my Creator\u201c noch einmal den Platz am Mikrofon einnehmen, w\u00e4hrend Professor Mosh Terpin noch einen Auftritt mit Schellenkranz hatte. Das traditionelle coppelianische Schlusswort musste an diesem Abend jedoch weichen. Schlagzeuger Nobusama trat vor das Auditorium und erkl\u00e4rte den Anwesenden, was sie stattdessen rufen sollten. Und so laut, wie anschlie\u00dfend \u201eBastille, wir lieben dich!\u201c durch den Saal schallte, sollte der kranke Butler das auch noch im Tourbus geh\u00f6rt haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein gar exzellenter Auftritt voller \u201eGlanz und Eleganz\u201c &#8211; <a href=\"http:\/\/coppelius.eu\/\" target=\"_blank\">COPPELIUS<\/a> haben nicht umsonst den Ruf einer gro\u00dfartigen Livekapelle und seit dem vergangenen Jahr ist die Show eindeutig noch einmal gereift. Die Auftritte der Berliner sind ganz gro\u00dfes Kino, selbst wenn sie mit einem Bandmitglied weniger auf der B\u00fchne stehen. Weiter so, werte Herren!<\/p>\n<p>Setlist:<br \/>\n1. Ouvert\u00fcre<br \/>\n2. Bitte danke petitieren<br \/>\n3. I get used to it<br \/>\n4. Welt im Wahn<br \/>\n5. Locked out<br \/>\n6. Maria<br \/>\n7. Escapades I<br \/>\n8. Operation<br \/>\n9. Spieldose<br \/>\n10. Butterblume<br \/>\n11. Sch\u00f6ne Augen<br \/>\n12. Dreaming<br \/>\n13. Risiko<br \/>\n14. Habgier<br \/>\n15. Reichtum<br \/>\n16. Phantom of the Opera<br \/>\n\u2026<br \/>\n17.\u00a0 Running Free<br \/>\n18.\u00a0 To my Creator<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aufgemerkt, wertes Auditorum! Die sechs Herren von COPPELIUS waren in den vergangenen Wochen in Deutschland unterwegs, um ihr musikalisches \u201eExtrablatt\u201c vorzustellen. Am 28.02.2013 fanden sich die Berliner im Hirsch in N\u00fcrnberg ein und r\u00fcckten ihren au\u00dfergew\u00f6hnlichen Kammer-Core dort wortw\u00f6rtlich ins &hellip; <a href=\"https:\/\/www.schubladenfrei.com\/cms\/gesehen\/musik-live\/coppelius-hirsch-nuernberg-konzertbericht\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":33,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[145,138],"tags":[162,159,160,161],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.schubladenfrei.com\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5924"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.schubladenfrei.com\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.schubladenfrei.com\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.schubladenfrei.com\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/users\/33"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.schubladenfrei.com\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5924"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.schubladenfrei.com\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5924\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6129,"href":"https:\/\/www.schubladenfrei.com\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5924\/revisions\/6129"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.schubladenfrei.com\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5924"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.schubladenfrei.com\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5924"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.schubladenfrei.com\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5924"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}