{"id":5920,"date":"2010-09-17T14:12:06","date_gmt":"2010-09-17T12:12:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schubladenfrei.com\/cms\/?p=5920"},"modified":"2015-06-29T14:20:09","modified_gmt":"2015-06-29T12:20:09","slug":"deine-lakaien-indicator-cd-review","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schubladenfrei.com\/cms\/gehoert\/musik\/deine-lakaien-indicator-cd-review\/","title":{"rendered":"Deine Lakaien &#8211; Indicator (CD-Review)"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.schubladenfrei.com\/cms\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Deine-Lakaien-Indicator.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-5991\" src=\"http:\/\/www.schubladenfrei.com\/cms\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Deine-Lakaien-Indicator.jpg\" alt=\"Deine Lakaien Indicator\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.schubladenfrei.com\/cms\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Deine-Lakaien-Indicator.jpg 300w, https:\/\/www.schubladenfrei.com\/cms\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Deine-Lakaien-Indicator-150x150.jpg 150w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eigentlich w\u00e4re mit den zwei Worten &#8222;Genial! Kaufen!&#8220; schon das wesentlich gesagt, doch klingt es zu platt um der Vielschichtigkeit und atmosph\u00e4rischen Dichte von \u201eIndicator\u201c gerecht zu werden. <a href=\"http:\/\/www.deine-lakaien.com\/\" target=\"_blank\">DEINE LAKAIEN<\/a> haben sich mit dieser Ver\u00f6ffentlichung Zeit gelassen: bereits f\u00fcnf Jahre ist es her, dass ihr letztes Studioalbum \u201eApril Skies\u201c in die L\u00e4den kam, lediglich 2007 wurde mit \u201e20 years of electronic Avantgarde\u201c noch ein Livekonzertmitschnitt herausgebracht. Doch das Warten hat sich wahrlich gelohnt: Ernst Horn und Alexander Veljanov warten mit liebevollem Detailreichtum und filigranen, ausgereiften Kompositionen auf, in denen sich die Erfahrung aus 25 Jahren gemeinsamen Musizierens spiegelt.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn die Welt drau\u00dfen von tristem Regengrau beherrscht wird l\u00e4sst sich mit dieser CD, am besten eingeh\u00fcllt in eine warme Decke und mit einer Tasse hei\u00dfem Tee in der Hand, die Herbstmelancholie wunderbar pflegen. Nie erdr\u00fcckend, immer mit einem warmen, versonnenen Grundton laden die Lieder zum Tr\u00e4umen und Dahinschmelzen ein. Sehr passend gew\u00e4hlt ist somit der Release-Termin im Fr\u00fchherbst, wenn lockerleichte Sommerhits f\u00fcr ein paar Monate von den Bildfl\u00e4chen verschwinden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wirkliche Augen\u00f6ffner im Sinne von klanglichen \u00dcberraschungen h\u00e4lt die CD zwar nicht bereit, trotzdem sind <a href=\"http:\/\/deine-lakaien.com\/\" target=\"_blank\">DEINE LAKAIEN<\/a> meilenweit davon entfernt, eint\u00f6nig und langweilig zu sein oder lediglich alte musikalische Erg\u00fcsse in leicht abgewandelter Form wieder aufzuw\u00e4rmen. Nicht immer muss man zwanghaft etwas v\u00f6llig anderes, neues machen \u2013 und am perfekt gefeilten Konzept der Band gibt es wirklich nicht viel zu r\u00fctteln, stattdessen wird an den Details geschraubt, was eine erstaunlich gro\u00dfe Vielfalt er\u00f6ffnet. Ihrem Grundkonzept bleiben <a href=\"http:\/\/deine-lakaien.com\/\" target=\"_blank\">DEINE LAKAIEN<\/a> auch mit dieser Ver\u00f6ffentlichung treu und das zurecht, denn der charakteristischer Klang hat absoluten Wiedererkennungswert: Er entsteht durch das Zusammenwirken des sorgf\u00e4ltig gekn\u00fcpften, v\u00f6llig organisch wirkenden Klangteppichen aus Klavier, zarte Streichern und sorgf\u00e4ltig arrangierten elektronischen Effekten mit der markanten Stimme und herausragenden Gesangsleistung von Alexander Veljanov. In diesem Feld wird auf der CD durchaus experimentiert, was sich besonders in dem durch Retro-Synthies gepr\u00e4gtem \u201eSix o&#8216; Clock\u201c zeigt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unter der Oberfl\u00e4che hat sich der Schwerpunkt der Texte etwas verschoben. Zwar beginnt das Album mit \u201eOne Night\u201c, das den bisher abgedeckten, zumeist pers\u00f6nlichen Themenfeldern zuzuordnen ist, doch daneben findet sich nun auch zunehmend das Welt- bzw. besonders das Europageschehen in den Liedern reflektiert. Bereits der Text des zweite St\u00fccks stimmt mit seiner Kernfrage \u201ewho&#8217;ll save your world if not you\u201c nachdenklich, noch deutlicher wird die Kritik an der sozialpolitischen Gegenwart in dem aus Sicht eines Einwanderers erz\u00e4hltem \u201eImmigrant\u201c, in dem sich die verzweifelte Situation des Protagonisten in ungew\u00f6hnlich rauen Disharmonien \u00e4u\u00dfert. F\u00fcr noch mehr Spannung sorgt an dieser Stelle der Kontrast zum sehr melodischen Refrain. \u201eJust want to live like everyone, like a common man in a common home, just like you\u201c hei\u00dft es dort, und bringt die Botschaft des St\u00fcckes auf den Punkt, statt sie mit einer Vielzahl von Metaphern zu verschleiern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sind die Texte, wie f\u00fcr die Band typisch, \u00fcblicherweise ganz in Englisch gehalten bricht \u201eEurope\u201c, unterlegt mit einem stetig treibenden Beat, mit diesem Konzept und beginnt in franz\u00f6sischer Sprache, es wechselt erst zum Refrain ins Englische, dort wird das Franz\u00f6sische auch im weiteren Songverlauf wieder aufgegriffen. Teilweise \u00fcberlagern sich die Sprachen auch und stehen damit auch daf\u00fcr, dass Europa trotz oder gerade auch wegen seiner Vielfalt zusammengeh\u00f6rt. Das l\u00e4sst sich auch \u00fcber das Album an sich \u00fcbertragen, auf dem recht gegens\u00e4tzliche St\u00fccke &#8211; wie das wunderbar schwelgerische Liebeslied \u201eGone\u201c und das bereits angesprochene \u201eImmigrant\u201c &#8211; nebeneinander stehen, ohne dass es dem Gesamtbild abtr\u00e4glich w\u00e4re.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Album ist direkter und gradliniger als die Vorg\u00e4ngeralben, sehr eindringlich und doch mit jeder Menge Feingef\u00fchl; Es zeigt deutlich, dass die beiden Musiker mit offenen Augen durchs Leben gehen und der Realit\u00e4t ins Gesicht schauen statt sich in Tr\u00e4umen zu verlieren. Musikalisch wie inhaltlich ein gro\u00dfartiges Album: Wer die bisherigen Alben der Band mochte, wird auch um Indicator unm\u00f6glich herumkommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Anspieltipps:<br \/>\nWho&#8217;ll save your world<br \/>\nBlue Heart<br \/>\nThe old Man is dead<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Tracklist:<br \/>\n01. One Night<br \/>\n02. Who&#8217;ll save your World<br \/>\n03. Gone<br \/>\n04. Immigrant<br \/>\n05. Blue Heart<br \/>\n06. Europe<br \/>\n07. Along our Road<br \/>\n08. Without your Words<br \/>\n09. Six o&#8216; Clock<br \/>\n10. Go Away bad dreams<br \/>\n11. On Your Stage again<br \/>\n12. The old Man is dead<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">[<a href=\"http:\/\/www.warnermusic.de\/\">Warner<\/a>]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eigentlich w\u00e4re mit den zwei Worten &#8222;Genial! 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