{"id":5914,"date":"2013-11-11T14:06:32","date_gmt":"2013-11-11T13:06:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schubladenfrei.com\/cms\/?p=5914"},"modified":"2015-06-25T15:06:17","modified_gmt":"2015-06-25T13:06:17","slug":"felix-meyer-struwwelpeter-kronach","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schubladenfrei.com\/cms\/gesehen\/musik-live\/felix-meyer-struwwelpeter-kronach\/","title":{"rendered":"Felix Meyer &#8211; Struwwelpeter, Kronach (Konzertbericht)"},"content":{"rendered":"<p align=\"JUSTIFY\">Schon seit 17 Jahren macht <a href=\"http:\/\/www.felixmeyer.eu\/\" target=\"_blank\">FELIX MEYER<\/a> Stra\u00dfenmusik und hat dabei viel Zeit in den Innenst\u00e4dten deutscher Gro\u00dfst\u00e4dte verbracht. Das scheint ihm f\u00fcrs Erste genug gewesen zu sein. Die Landstra\u00dfenmusiktour, auf der er und sein Bandkollege Erik Manouz vor allem in Kleinstst\u00e4dten spielen, f\u00fchrte die beiden am vergangenen Montag ins beschauliche oberfr\u00e4nkische Kronach. In einem sehr pers\u00f6nlichen Konzert spielten sie ihre irgendwo zwischen Folk, Pop und Chanson angesiedelten Lieder, ausnahmsweise ohne sich erst gegen Einkaufsstra\u00dfenhektik und Stra\u00dfenl\u00e4rm durchsetzen zu m\u00fcssen.<!--more--><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">\u201eDas ist so H\u00e4lfte, H\u00e4lfte Stammpublikum und Leute, die uns gerne sehen wollten\u201c, vermutete die Band und k\u00f6nnte mit dieser Einsch\u00e4tzung ziemlich richtig gelegen haben. Sch\u00fcchtern waren sie jedenfalls, die Kronacher. Auch nach mehreren Aufforderungen wagten sich nur wenige in die erste Reihe, die restlichen Pl\u00e4tze waren gut belegt. Auf dem Dachboden des Clubs hatten die Musiker auf der niedrigen, von Holzbalken umrahmten B\u00fchne ihren roten Teppich ausgerollt, der eine gem\u00fctliche Wohnzimmeratmosph\u00e4re verbreitete. Am rechten B\u00fchnenrand stand ein kleines, buntes Karussell mit Holzpferdchen, auf der anderen Seite reckte ein Roboter den Zuschauern einen Strau\u00df Plastiktulpen entgegen. Hinter den Mikrofonen hatten es sich die beiden Hauptpersonen des Abends bequem gemacht. Die Beine l\u00e4ssig \u00fcbereinandergeschlagen und mit jugendlicher Strubbelfrisur stimmte <a href=\"http:\/\/www.felixmeyer.eu\/\" target=\"_blank\">FELIX MEYER<\/a> \u201eBilder wie Gef\u00fchle\u201c an. Erik begleitete ihn an der Gitarre, den Kopf in den Nacken gelegt und die Augen geschlossen. Ab und an lie\u00df er mit dem Gitarrenhals das Becken klingen und bei \u201eWei\u00df ich, bzw. glaub ich\u201c spielte er die Hang, eine aus der Steelpan entwickelte Metalltrommel mit hypnotischem, hellen Klang.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Die oft melancholischen Lieder zeichnen sich durch ihre feinsinnigen, detailreichen Texte aus, die sich angenehm vom Radioeinerlei abheben. Sie zeichnen bunte, lebendige Bilder, weisen auf Alltagsskurilit\u00e4ten hin und lassen unscheinbare Kleinigkeiten urpl\u00f6tzlich wichtig werden. S\u00e4nger Felix erz\u00e4hlte zwischen am\u00fcsanten Anekdoten vom Touralltag, dass er selbst eher \u00fcber den Text als \u00fcber die Melodie zur Musik findet: \u201eJaques Brel hat mich quasi angesprungen\u201c. Er r\u00e4umte ein, dass es bereits einige gelungene \u00dcbersetzungen von dessen Liedern gibt, darunter Versionen von Hildegard Knef oder von Klaus Hoffmann, der dem Chansonnier ein komplettes Album widmete. Nicht zu den bekanntesten Liedern des Franzosen z\u00e4hlt ein \u201eleises, kleines, unauff\u00e4lliges St\u00fcck\u201c, dessen Titel \u201eIl neige sur Li\u00e8ge\u201c <a href=\"http:\/\/www.felixmeyer.eu\/\" target=\"_blank\">FELIX MEYER<\/a> mit \u201eSchnee f\u00e4llt auf Krefeld\u201c \u00fcbersetzt hat. Die meisten der im Laufe des Abends gespielten St\u00fccke stammten aus eigener Feder. Ausnahmen hierzu bildeten neben der Brel-Interpretation die ergreifende \u00dcbersetzung von \u201eLa Corrida\u201c von Francis Cabrel, die den Stierkampf aus Sicht eines Stiers schildert, und das eing\u00e4ngige \u201eWann?\u201c von Rio Reiser, das sich \u00fcberraschend gut ins Set einf\u00fcgte.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">\u201eIch hatte mir mal etwas fest vorgenommen&#8230;\u201c, begann Felix und erkl\u00e4rte, dass er niemals auf der B\u00fchne Mundharmonika spielen wollte. Eigentlich besteht die Band um Frontmann Felix aus sechs Musikern, und so gab es bisher immer jemanden, der das Instrument spielen konnte. Auf der Landstra\u00dfenmusiktour war nun alles ein wenig anders. \u201eDann sagt man das einmal zu und probiert das einmal aus und macht das einmal auf der B\u00fchne und schon macht man es jeden Abend\u201c. Auch Erik wagte sich an neue Aufgaben und \u00fcbernahm den Hauptgesang bei \u201eZu Hause\u201c \u2013 etwas, das sich gern einb\u00fcrgern d\u00fcrfte. \u00dcberhaupt gab es an diesem Abend viel Neues zu erleben und die ein oder andere spektakul\u00e4re Showeinlage zu bestaunen. Knapp die H\u00e4lfte der gespielten Lieder wurden noch nicht auf einem regul\u00e4ren Studioalbum ver\u00f6ffentlicht, einige sind jedoch auf der CD \u201ePostkarten\u201c zu h\u00f6ren, die nur bei der Band direkt erh\u00e4ltlich ist. Zu den Liedern, die noch nicht allzu lang Teil des Programms sind, geh\u00f6rte \u201eFantasie\u201c. Es hatte zwar schon l\u00e4nger einen Text und eine Melodie, wurde aber erstmals auf dem diesj\u00e4hrigen TFF in Rudolstadt live vorgestellt. Die vielen Auftritte dort hatten tats\u00e4chlich auch einige Besucher aus Kronach auf die Band aufmerksam gemacht und in den Struwwelpeter gef\u00fchrt.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Nach dem offiziellen Teil des Abends folgten noch zwei Zugaben, eine davon auf Publikumswunsch hin \u201eDer Wind tr\u00e4gt uns davon\u201c vom Deb\u00fctalbum \u201eVon Engeln und Schweinen\u201c. Auf der n\u00e4chsten Tour in kompletter Besetzung wird <a href=\"http:\/\/www.felixmeyer.eu\/\" target=\"_blank\">FELIX MEYER<\/a> vermutlich eher in N\u00fcrnberg als in Kronach Station machen, so dass die Kronacher eine Weile ohne \u201eSensationen, Orchester, Magie\u201c auskommen werden m\u00fcssen. Doch wie in \u201eKaffee ans Bett\u201c sehr treffend festgestellt wird ist \u201emanchmal viel \u00f6fter als nie\u201c und der zuvor recht ruhige Montagabend endete mit lautem Applaus und Standing Ovations.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Setlist:<br \/>\n01. Bilder wie Gef\u00fchle<br \/>\n02. Nordwind<br \/>\n03. Schnee f\u00e4llt auf Krefeld<br \/>\n04. Manchmal<br \/>\n05. ?<br \/>\n06. Zu Hause<br \/>\n07. Einverstanden<br \/>\n08. Fantasie<br \/>\n&#8212;<br \/>\n09. Postkarten<br \/>\n10. Bisher noch unerreicht<br \/>\n11. Irgendwas immerhin<br \/>\n12. Wei\u00df ich, bzw. glaub ich<br \/>\n13. Wann?<br \/>\n14. La Corrida<br \/>\n15. Gummibaumbl\u00e4tter<br \/>\n&#8212;<br \/>\n16. Der Wind tr\u00e4gt und davon<br \/>\n17. Kaffee ans Bett<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schon seit 17 Jahren macht FELIX MEYER Stra\u00dfenmusik und hat dabei viel Zeit in den Innenst\u00e4dten deutscher Gro\u00dfst\u00e4dte verbracht. Das scheint ihm f\u00fcrs Erste genug gewesen zu sein. 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