{"id":5899,"date":"2013-01-25T13:46:43","date_gmt":"2013-01-25T12:46:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schubladenfrei.com\/cms\/?p=5899"},"modified":"2015-06-29T14:16:13","modified_gmt":"2015-06-29T12:16:13","slug":"faun-von-den-elben-cd-review","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schubladenfrei.com\/cms\/gehoert\/musik\/faun-von-den-elben-cd-review\/","title":{"rendered":"Faun &#8211; Von den Elben (CD-Review)"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.schubladenfrei.com\/cms\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Faun_vondenElben.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-medium wp-image-5994\" src=\"http:\/\/www.schubladenfrei.com\/cms\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Faun_vondenElben-300x298.jpg\" alt=\"Faun_vondenElben\" width=\"300\" height=\"298\" srcset=\"https:\/\/www.schubladenfrei.com\/cms\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Faun_vondenElben-300x298.jpg 300w, https:\/\/www.schubladenfrei.com\/cms\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Faun_vondenElben-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.schubladenfrei.com\/cms\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Faun_vondenElben.jpg 635w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mitte 2011 haben <a href=\"http:\/\/www.faune.de\" target=\"_blank\">FAUN<\/a> mit Eden ein ganz phantastisches St\u00fcck Musik geschaffen. Seither hat sich im Hause <a href=\"http:\/\/www.faune.de\" target=\"_blank\">FAUN<\/a> einiges getan und das h\u00f6rt man dem Klang der neuen Scheibe auch an. Nun stehen romantische, deutsche Balladen im Zentrum der aktuellen Ver\u00f6ffentlichung \u201eVon den Elben\u201c. \u201eNeue Ufer\u201c sind nun zu erkunden und die Band wird \u201esich in einem kreativen Prozess neuen Ideen [&#8230;] stellen\u201c, hei\u00dft es von Seiten des Labels. Das klingt reichlich passiv, was allerdings kein Wunder ist, stammen doch tats\u00e4chlich die meisten wirklich neuen St\u00fccke nicht aus der Feder der M\u00fcnchner. Doch gleich vorweg: Die Kritik, dass <a href=\"http:\/\/www.faune.de\" target=\"_blank\">FAUN<\/a> nun nicht mehr <a href=\"http:\/\/www.faune.de\" target=\"_blank\">FAUN<\/a> sei, ist trotzdem nur teils berechtigt. Sie sind es noch immer, auch wenn \u201eVon den Elben\u201c sehr poplastig geworden ist und die Songs im Vergleich zu fr\u00fcher ihren erdigen Charakter verloren haben.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit dem Wind startet das Album beschwingt und locker. Der Song ist der Freiheit gewidmet, einem der wohl wichtigsten Werte \u00fcberhaupt. Doch gerade f\u00fcr dieses Thema klingt das Lied nicht raumgreifend genug und l\u00e4sst Tiefgang vermissen. Das St\u00fcck \u201eDiese kalte Nacht\u201c, die erste Single zum Album, beruht auf einer traditionellen Melodie und zeichnet sich vor allem durch sehr sch\u00f6ne Zwischenspiele auf der Harfe und tolle Drehleier aus. \u00dcberhaupt wertet Stephan Groth, der erst seit dem vergangenen Jahr Mitglied der Band ist, das Album sehr auf. Der tr\u00e4umerische Titeltrack \u201eVon den Elben\u201c ist die Neuauflage eines Songs, der schon vor l\u00e4ngerer Zeit von <a href=\"http:\/\/www.faune.de\" target=\"_blank\">FAUN<\/a> auf dem Album &#8222;Licht&#8220; aufgenommen wurde. Die neue Version ist besonders durch die Fl\u00f6ten durchaus sch\u00f6n geworden und wirkt ziemlich nat\u00fcrlich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein krasses Gegenteil dazu ist \u201eTanz mit mir\u201c, das einzige Totalausfall des Albums. Das Duett mit SANTIANO handelt von einem Mann, der sich gerne mit Wein und Weib vergn\u00fcgen m\u00f6chte \u2013 und davon, was jenes Weib als Gegenleistung fordert. Durch das \u201ehey\u201c im Hintergrund wirkt das St\u00fcck noch aufgesetzter. Zusammengefasst: F\u00fcrchterliches Schunkelmittelalter! Insgesamt ist der Song sehr primitiv und man muss es schon fast als positiv sehen, dass der Gesang von Bj\u00f6rn Both \u00fcbernommen w\u00fcrde \u2013 Oliver s.Tyr h\u00e4tte in diese Rolle jedenfalls nicht gepasst. Jedoch h\u00e4tte sein Gesangsanteil auf dem Album insgesamt ruhig etwas h\u00f6her sein d\u00fcrfen, wenn \u00fcberhaupt \u00fcbernimmt er eher die Backingvocals.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ob es um das Mitwirken von Eric Fish, Bodenski oder von SANTIANO geht \u2013 s\u00e4mtliche werden in den Songbeschreibungen erw\u00e4hnt oder sogar auf dem Cover angepriesen. Dass es sich bei \u201eSchrei es in die Winde\u201c aber um ein Cover von ELUVEITIEs \u201eOmnos\u201c handelt erf\u00e4hrt man nur ganz am Ende des Booklets, wo die jeweiligen Rechteinhaber der Songs aufgef\u00fchrt sind. Ob es daran liegt, dass es nicht zum neuen Image passt, eine (musikalisch ziemlich brillante) Schweizer Paganmetalband zu covern? Wie dem auch sei, der schnellerer Track tut dem Album gut. Zwar ist der deutsche Text nicht so v\u00f6llig ideal und die Reime wirken stellenweise k\u00fcnstlich, doch das f\u00e4llt nicht allzu sehr ins Gewicht. Daf\u00fcr ist die vorw\u00e4rtstreibende Melodie viel zu markant und gelungen, selbst wenn der Song nicht die volle Power entfaltet, die er eigentlich haben k\u00f6nnte. Man m\u00f6chte stellenweise fast darauf verweisen, dass der Titel immerhin \u201eSchrei es in die Winde\u201c und nicht \u201eS\u00e4usel es in die Winde\u201c hei\u00dft. \u00dcberfl\u00fcssig sind hier abermals die Ch\u00f6re und unterlegten Instrumente, die das St\u00fcck eher belasten als aufwerten. Der gleiche Kritikpunkt gilt f\u00fcr die \u201eWilde Rose\u201c, die wieder viel s\u00fc\u00dfere T\u00f6ne anschl\u00e4gt und abermals auf einem Traditional (\u201eSi\u00fail a ruin\u201c, bekannt u.a. durch CELTIC WOMAN) beruht. Wie auf dem gesamten Album \u00fcberhaupt tummelt sich in dem Song ein Sammelsurium an Gastmusikern, wobei es fraglich ist, ob das der CD wirklich dienlich ist. So singen im Chor die deutsche Singer-Songwriterin SYNJE NORLAND, BILLY KING und Andreas Fahnert von SANTIANO \u2013 dar\u00fcber hinaus wurde die Gitarre von Dirk Schlag (TRUCK STOP) eingespielt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ruhiger als viele Genregenossen waren die M\u00fcnchner ja schon immer, doch auf \u201eVon den Elben\u201c erwartet den H\u00f6rer eine Liedersammlung, die leider schon eher kitschig als nur romantisch ist. In diese Schiene f\u00e4llt auch \u201eWenn wir uns wiedersehen\u201c, w\u00e4hrend das folgende \u201eBring mich nach Haus\u201c deutlich melancholischer ist. Das St\u00fcck erinnert lustigerweise an FEUERSCHWANZ mit ihrer Ballade \u201eDes Kriegers Sohn\u201c. Balladesk geht es anschlie\u00dfend mit \u201eWelche Sprache spricht dein Herz\u201c weiter. Der filigrane Ohrwurm wurde von Simon Michael von SUBWAY TO SALLY geschrieben und ist sehr h\u00fcbsch geworden. Lediglich die Gesangslinie zu Anfang des Refrains mutet etwas seltsam an und die Streicher h\u00e4tte es nicht gebraucht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">An zehnter Stelle steht die Neuauflage eines absoluten <a href=\"http:\/\/www.faune.de\" target=\"_blank\">FAUN<\/a>-Klassikers. \u201eAndro\u201c wurde ebenfalls 2003 auf Licht ver\u00f6ffentlicht und die Neuvertonung ist etwas druckvoller als die Originalversion. Stellenweise wirkt es zwar etwas \u00fcbertrieben, ist aber immer noch sch\u00f6n. Ebenfalls ein Pluspunkt: Der Gesang wurde hier von Sonja Drakulich (STELLAMARA) \u00fcbernommen, die bereits letzte Saison mit <a href=\"http:\/\/www.faune.de\" target=\"_blank\">FAUN<\/a> gemeinsam unterwegs war. So ist \u201eAndro II\u201c mit Abstand das faunigste St\u00fcck auf dem Album. Auch das n\u00e4chste Lied wurde bereits ver\u00f6ffentlicht \u2013 damals allerdings von SUBWAY TO SALLY, deren Frontmann Eric Fish nun auch im \u201eMinne\u201c-Duett mit Katja Moslehner zu h\u00f6ren ist. Die Aufnahme ist etwas schneller und pomp\u00f6ser als das Original \u2013 auch hier taucht wieder das bereits angesprochene Problem auf: Der Bombastuntergrund nimmt dem St\u00fcck, das gerade durch den Minimalismus so bezaubernd wird, einen Teil der Magie. W\u00e4hrend der erste Teil sehr gut geworden ist gelingt der Perpektivwechsel nur bedingt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eThymian und Romarin\u201c basiert auf dem Traditional \u201eScarborough Fair\u201c und ist klassischen Themen gewidmet, auch wenn die Kr\u00e4uter in diesem Song nur als Metapher dienen. Ungewohnter ist der Rhythmus des letzten St\u00fccks \u201eWarte auf mich\u201c. Auch hier k\u00f6nnte man den Text interpretieren und schon fast als Pl\u00e4doyer zum durchhalten und treu bleiben an die (langj\u00e4hrigen) Fans auffassen: \u201eGanz so will ich sein will mich best\u00e4ndig ver\u00e4ndern\/ doch eines Tags komm ich zu dir nach Haus \/ Wart auf mich im ewigen Garten \/ Was auch immer geschieht, wohin auch immer ich gehe \/ ich erinner mich immer an dich \/ Mag die See auch weit m\u00f6gen die Berge auch hoch sein lass mich niemals im Stich \/ denn eines Tages komm ich zu dir nach Haus&#8220;. Allerdings wurden die Lyrics von SUBWAY TO SALLY -Texter Michael Bodenski verfasst und d\u00fcrfen daher wohl nicht ganz so weitgehend ausgelegt werden. Ingo Hampf ist in diesem Lied gleich an der Fidel, Laute, Davul und Cister zu h\u00f6ren \u2013 bei einigen anderen St\u00fccken hatte er ebenfalls die Lautenspuren beigesteuert. Damit geh\u00f6rt er zu den pr\u00e4sentesten Gastmusikern \u2013 wie SUBWAY TO SALLY insgesamt. Volle drei St\u00fccke stammen von den Potsdamern und stehen damit einem ELUVEITIE-St\u00fcck, drei Songs von Elephant Music, zwei alten Liedern und gerade einmal vier neuen <a href=\"http:\/\/www.faune.de\" target=\"_blank\">FAUN<\/a>-Kompositionen gegen\u00fcber.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Abgesehen vom letzten St\u00fcck sind die 13 Songs auf \u201eVon den Elben\u201c allesamt fast schon zu eing\u00e4ngig und bieten nur wenig Widerstand. Sie sind ohne Zweifel professionell produziert, allerdings meist zu dick aufgetragen. Nur selten ersp\u00e4ht man unter den vielen Klangspuren noch ein St\u00fcck Waldboden \u2013 der erdige, nat\u00fcrliche Sound ist dem Album leider verloren gegangen. Immerhin die griffige Drehleier und die Harfen-Highlights sorgen f\u00fcr etwas Struktur im Sound und daf\u00fcr, dass es nicht v\u00f6llig glatt wirkt. Die Neuaufnahmen der alten <a href=\"http:\/\/www.faune.de\" target=\"_blank\">FAUN<\/a>-St\u00fccke h\u00e4tte es nicht wirklich gebraucht, aber gerade diese sorgen daf\u00fcr, dass das Album sich das gewohnte Flair noch etwas bewahrt und wirken daher fast schon entschuldigend. Ein weiteres Manko: Ganze f\u00fcnf Songs m\u00fcssen ohne Percussion von R\u00fcdiger Maul auskommen, den ein g\u00e4ngiges Popschlagzeug nicht einfach ersetzen kann. Auch die Elektronikparts wurden stark zur\u00fcckgenommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Insgesamt fehlt das \u201ePagan\u201c und hat Platz f\u00fcr Klischeemittelalterromantik gemacht. Ob es sich dabei wohl um eine eigenst\u00e4ndige Entwicklung handelte, oder ob das neue Label Koch Universal Music die Finger mit im Spiel hatte, die ihre musikalische Bandbreite als \u201evon den KASTELRUTHER SPATZEN und SEMIO ROSSI \u00fcber MICHELLE bis zu NINA HAGEN\u201c reichend beschreibt? Die Frage, die man sich da abschlie\u00dfend stellen muss: Passen die M\u00fcnchner Paganfolk-Individualisten da wirklich dazu?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Pers\u00f6nliches Fazit: \u201eVon den Elben\u201c ist nicht schlecht, aber hart an der Grenze. Das sch\u00f6nste an dem Album ist das Promofoto von Niel Mitra \u2013 und ich freue mich bereits jetzt auf die n\u00e4chste Scheibe von FOLK NOIR.<\/p>\n<p>Anspieltipps:<br \/>\nVon den Elben<br \/>\nSchrei es in die Winde<br \/>\nAndro<\/p>\n<p>Tracklist<br \/>\n01. Mit dem Wind<br \/>\n02. Diese Kalte Nacht<br \/>\n03. Von den Elben<br \/>\n04. Tanz mit mir<br \/>\n05. Schrei es in die Winde<br \/>\n06. Wilde Rose<br \/>\n07. Wenn wir uns wiedersehen<br \/>\n08. Bring mich nach Hause<br \/>\n09. Welche Sprache spricht dein Herz<br \/>\n10. Andro II<br \/>\n11. Minne Duett<br \/>\n12. Thymian und Rose<br \/>\n13. Warte auf mich<\/p>\n<p>[<a href=\"http:\/\/www.universal-music.de\/company\/umg\/koch-universal-music\" target=\"_blank\">Koch Universal Music<\/a>]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mitte 2011 haben FAUN mit Eden ein ganz phantastisches St\u00fcck Musik geschaffen. Seither hat sich im Hause FAUN einiges getan und das h\u00f6rt man dem Klang der neuen Scheibe auch an. 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