In Siren – In between dreams (CD-Review)

In Siren - in between dreams

Mal leicht wie ein Sommerwind, mal pompös wie ein Filmsoundtrack, mal komplex-vertrackt, mal straight rockend – und das meist alles innerhalb von ein und demselben Lied. Geht das? Oh ja, das geht! Wie man das macht zeigen die Isländer IN SIREN mit ihrem Debut „In between Dreams“.

Kopf, Produzent und Textschreiber der Band ist Ragnar Ólafsson, der dem deutschen Publikum vor allem als Sänger der Band ÁRSTÍÐIR bekannt sein dürfte. Von selbiger hat er gleich Geiger Karl in die neue Formation mitgebracht, und auch die ÁRSTÍÐIR-Bandkollegen Jón und Hallgrímur sind auf der Scheibe (an den Tasten beziehungsweise am Cello) zu hören und im Falle von Jón sogar am Songwriting beteiligt. Zusätzliche Verstärkung erhielt das Quintett aus Reykjavík noch von Simon Voigt, der die Flöte auf dem Album beisteuert.

Die Band startete 2007 als eher traditionelle Prog-Heavy-Band unter dem Namen POLYMENTAL und veröffentlichte ein Jahr später eine erste Demo-EP. Noch im gleichen Jahr benannte sich die Band in IN SIREN um und entschloß sich, in Zukunft einem erwas melodiöseren Ansatz zu folgen.

Hört man „In between dreams“, so vermisst man die Härte in keinem Fall, denn genug Rock ist immernoch vorhanden, das zeigt etwa das Ende des Titeltracks. Nur dominiert die verzerrte E-Gitarre eben niemals den ganzen Song, sondern trägt lediglich ihren Teil bei und lässt damit vor allem den akustischen Instrumenten genügend Raum um sich zu entfalten.

So schaffen es die Isländer wunderbar vielschichtige Klanggemälde zu entwerfen, die mal filigran und zerbrechlich, mal episch-bombastisch wirken, und in ihrer Genialität ein wenig an OPETH erinnern. Im Gegensatz zu den Schweden lassen es IN SIREN nur eben ein wenig sanfter angehen.

Fazit: Ein kleines, aber sehr, sehr feines Prog-Rock-Album, das ich jedem Musikliebhaber wärmstens ans Herz legen kann! Da spricht eigentlich nur die mit 34 Minuten doch recht überschaubare Spielzeit gegen eine absolute Höchstwertung.

Anspieltipps: „In between dreams“, „No time“

Tracklist:

1. Light
2. Feather Minds
3. Innocence
4. In between Dreams
5. You Avenue
6. Endless Sea
7. Siren
8. No Time

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Florian Hessler

Über Florian Hessler

Archäologe, Historiker und freier Journalist (u.a. Zillo Medieval, Sonic Seducer, Miroque, Metal-District, Piranha) floh.hessler(at)schubladenfrei.de
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